Die Suche nach dem perfekten Ferienhaus in der Toskana

22. Mai 2009

Bei der Suche nach dem perfekten Ferienhaus für eine Familie mit kleinen Kindern bietet das Internet schier unendliche Möglichkeiten. Von traumhaften Villen, die mit 2.000-4.000 € Wochenmietpreis zwar das gewünschte Traumambiente bieten, bis zu vielen sehr rustikal und ungemütlich anmutenden Ferienhäusern und -wohnungen gibt es Abertausende Anbieter und gefühlt eine Million Angebote. Da uns bestimmte Eckdaten wichtig sind – räumliche Nähe zu Florenz (wegen der Kindermode-Messe PITTI IMMAGINE bimbo), Internetanschluss, Pool zum Baden… – wird die Auswahl doch wieder eingeschränkt. Die Bedienbarkeit der Onlinebuchungsportale ist darüber hinaus meistens, höflich formuliert, eine ziemliche Katastrophe.

Hier einige Erfahrungswerte zu sehr unterschiedlichen Anbietern:

www.to-toskana.de
Hier hatten wir im letzten Jahr ein kleines Häuschen (Casa della Nonna C) in einem süßen Bergdorf namens Montefienali gebucht. Wer die Abgeschiedenheit liebt, mit der Entfernung von 60 km (statt der angegebenen 20 km) nach Florenz gut leben kann, nicht auf den angeblich vorhandenen Internetanschluss angewiesen ist und darüber hinaus auch nie telefonisch erreichbar sein muss – für den ist dieses Urlaubsdomizil phänomenal, denn es bietet Einsamkeit, Ruhe und eine weite, wunderschöne Aussicht über die Täler und Hügel der Toskana. Für uns war das Dorf ein Traum, im Inneren zwar mit dem Kinderwagen schwer begehbar, aber die Natur, die Weite und der Swimmingpool für unseren Großen waren einfach fantastisch. Die Bedienbarkeit der Homepage ist einfach und übersichtlich. Die Abwicklung jedoch ist zunächst etwas verwirrend, da man alle Bestätigungen zuerst in englischer Sprache und erst zeitversetzt in deutscher Übersetzung erhält.

www.casamundo.de
Besticht auch durch eine übersichtliche Bedienbarkeit – zumindest in der Vorauswahl. Danach wird es allerdings sehr kompliziert. Regionale Eingrenzungen sind nur nach Ortsnamen möglich und lassen sich nicht so gut einstellen. Nach dem Anklicken der einzelnen Angebote landet man immer wieder ganz oben in der Auswahl der freien Häuser. Und teuer ist es obendrein: Viele Häuser kosten zwischen 2.000 und 6.000 € in der Woche. Selbst bei kleinen Wohnungen muss man mit 900 € für 40 qm schon ziemlich tief in die Tasche greifen.

Noch sind wir nicht fündig geworden, deshalb gibt es hier bald noch mehr Erfahrungen zum Thema zu lesen…

Am 24. Dezember auf der großen Mauer

07. Mai 2009

Während meiner ersten Reise nach China habe ich viel Aufregendes erlebt. Da war zum Beispiel ein Page, der so lange auf sein Trinkgeld wartete, bis ich endlich kapiert hatte, warum er nicht geht. Dabei hatte ich vorher noch im Reiseführer gelesen, es sei nicht üblich, bzw. sogar verboten, Trinkgeld zu geben. Hier hatte der chinesische Weg des Kommunismus offenbar sehr schnell eine Veränderung zugelassen.

Auch versuchte man allerorts, den Touristen ein besonderes Weihnachts-Feeling zu vermitteln – in Hotelcafes dudelten und sangen Kinder westliche Weihnachtslieder, und derartige Darbietungen sorgten stets für wahre Massenfluchten. Auch in Gold gekleidete Engel begrüßten uns in der Hotellobby.

Eine ruhige Zufluchtstätte waren dahingehend Orte, die nicht von Touristen besucht wurden. So aß ich zum ersten Mal in meinem Leben Suppe mit Stäbchen, und alle hatten ihre wahre Freude an mir. Zunächst wählte ich auf einer bunten Fototafel eine Suppe aus, die appetitlich aussah; ich nahm Platz und schaute möglichst unauffällig zu, wie die Chinesen ihre Suppe aßen. Das sah sehr einfach aus, denn die Suppe wurde mitsamt der Schale einfach nah an den Mund geführt und der Inhalt flugs mithilfe der Stäbchen in den Mund geschoben. Was bei mir von Tropfen und Spritzern begleitet war, untermalten meine chinesischen Nachbarn mit lautem Schlürfen.

Ein ganz besonderer Wunsch während meiner ersten Reise nach China war die Fahrt zur großen Mauer. Wie gut, dass man manchmal vorher nicht weiß, wie anstrengend die Erfüllung des Wunsches sein kann. Die Fahrt zur großen Mauer war leicht, der Aufstieg dagegen eine Strapaze. Dieses Monstrum und Wunder der Erde ist heute nur noch an wenigen Stellen restauriert und zugänglich. Trotzdem erschien der Aufstieg waghalsig und halsbrecherisch, da die Stufen teilweise sehr unterschiedlich hoch waren und das ganze in eine Klettertour ausartete. Der Ausblick auf den Sonnenuntergang am 24. Dezember ist mir sehr eindrucksvoll in Erinnerung geblieben. Mein besonderes Abendessen danach auch.

In einem feinen Hotelrestaurant wollte ich mir einen Fisch munden lassen. Dieser wurde mir in einer Holzbox zunächst gezeigt und dann serviert. Lediglich den Preis des guten Stückes hätte ich besser vorher erfragt, denn dieser wurde pro 50 g berechnet, was mir den teuersten Fisch meines Lebens bescherte…

Kindheitsträume

23. April 2009

Schon sehr früh erwachte meine Leidenschaft für fremde Kulturen und mit ihr das große Fernweh und der Wunsch, die Welt zu erkunden. Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich mit acht Jahren einen Film über China sah: Die große Mauer, der Platz des himmlischen Friedens, der Kaiserpalast der verbotenen Stadt … Anfang der 80er Jahre war eine Reise nach China noch ein sehr exotischer Traum und nicht so leicht zu realisieren. Mein Wunsch aber wurde weiter genährt, als Jahre später der Film über den letzten Kaiser in die Kinos kam.

Und zu Weihnachten 1996 war es endlich so weit: Ich machte mich zusammen mit einer Gruppe auf den Weg in das ferne China.

Vieles hatte sich in der Zwischenzeit geändert: Große und zumeist luxuriöse Hotelbauten hatten ihren Platz in der Hauptstadt gefunden, und in den allgegenwärtigen Fahrradkolonnen schlängelten sich bei Tag und bei Nacht scheinbar Millionen von Menschen durch die Stadt. Propaganda prangte ungebrochen auf riesigen Plakatwänden, direkt neben Coca Cola-Werbung.

Auf dem Platz des himmlischen Friedens wurde der Countdown noch gezählt: Hongkong sollte nun wieder zu China gehören.

Auf den Plätzen flanierten Soldaten mit ihren Freundinnen, vor dem Mausoleum von Mao Zedong standen Hunderte von Menschen in Schlangen; die meisten von ihnen trugen noch die traditionellen Anzüge der Bauern, waren an ihren dicken, blau gesteppten Hosen und Jacken eindeutig zu erkennen.

Und von überall raunte es, wenn ich vorbeilief: „Vajomen, Vajomen“ = Ausländer, Ausländer.

Meine blonden Haare erregten Aufsehen, und viele Kinder wurden geschickt um mich anzufassen. Auf unzähligen Familienbildern fand ich mich eingehakt und in die Mitte gestellt, für das Familienalbum für die Ewigkeit auf Fotopapier gebannt. Für sie war das ein Erlebnis, das für mich kaum mehr vorstellbar war: Zum ersten Mal in ihrem Leben waren sie in die Hauptstadt gereist und hatten einen Ausländer gesehen.

Die verbotene Stadt war im Winter ein mystischer Ort: Nur wenige Touristen schlängelten sich durch die Höfe und Gassen, und es kam vor, dass Plätze wie leergefegt dalagen. In diesen Momenten hatte ich immer das Gefühl, im nächsten Moment müsste der letzte Kaiser mit seinem englischen Lehrer und dem Fahrrad um die Ecke gebogen kommen…